Fotografie zwischen Schwarzwald, Vogesen und Jura

Abendblatt führt Bezahlsystem ein

FREIBURG (mek).  „Lange glaubten die Verlage, Qualitätsjournalismus zum Nulltarif anbieten zu können. Doch längst ist klar, dass sie für Gratisangebote im Internet draufzahlen […] Es ist aussichtslos, spotten Experten. Es ist selbstmörderisch, argwöhnt die Konkurrenz. Es ist unverschämt, denken die Nutzer. Und doch werden wir es tun: Wir wagen, Werthaltiges im Netz künftig nicht mehr zu verschenken, sondern zu verkaufen. Dass man diese jahrtausendealte Grundkonstante jedes wirtschaftlichen Handels überhaupt erklären muss, zeigt, wie kollektiv die Sicherungen in der vermeintlichen New Economy herausgeflogen sind. 15 Jahre nach dem Massendurchbruch des World Wide Web regiert dort noch immer ein großzügiges wie groteskes Geschäftsmodell – das „Mutter-Teresa-Prinzip“: Alles muss umsonst sein. […] Vielleicht ist es aussichtslos. Vielleicht ist es selbstmörderisch. Vielleicht ist es auch unverschämt. Doch vor allem ist es eins: Es ist alternativlos.“

So lauten die Auszüge aus dem Aufmacher des Online-Auftritts des Hamburger Abendblatts. Die Zeitung verlangt in Zukunft wieder Geld für das Lesen ihrer Artikel im Internet. Überall prangt ein kleines orangenes €-Zeichen. Nein, nicht überall –  beispielsweise die Artikel der Rubrik „Sport“ und „Aus aller Welt“ erscheinen ohne €-Zeichen – das System scheint noch nicht ausgereift und so lassen sich auch die Artikel mit €-Zeichen zu spannenden Themen wie  „Gute Vorsätze zum Jahreswechsel – Weniger Stress wichtiger als Rauchen abgewöhnen“ problemlos lesen.

Möglich macht das ein peinlicher Fehler – die Bezahlung lässt sich mit der Google-Suche kinderleicht umgehen.  Trotzdem wird heftig unter dem Artikel diskutiert – es wurden  schon über 300 Kommentare zum Artikel abgegeben – doch die Mehrheit ist ganz klar nicht begeistert und droht mit „Klick-Entzug“.

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