Fotografie zwischen Schwarzwald, Vogesen und Jura

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Lauf in den Sonnenuntergang am Belchen

Fast schon kitschige  Abendstimmung auf dem Weg zum Belchengipfel

Fast schon kitschige Abendstimmung auf dem Weg zum Belchengipfel

NEUENWEG (mek). Sonnenuntergang um 17.07 Uhr – ganz schön früh. Seit der Zeitumstellung verabschiedet sich der rote Feuerball derzeit fast noch am Nachmittag, deswegen mussten wir heute wirklich früh loslaufen, um rechtzeitig in die baumfreie Region des Belchens zu kommen und bei bestem Herbstwetter die letzten Sonnenstrahlen des Tages vom wohl schönsten Aussichtsberg des Südschwarzwalds zu genießen. Zurück ins Tal ging es dann wieder mit der Stirnlampe.


Mai-Bummel auf den Belchen

KLEINES WIESENTAL (mek). Ich weiß nicht, wie das anderswo am 1. Mai ist, aber bei uns in Südbaden ist es fast schon Pflicht, am ersten Tag im Mai sein verstaubtes Sportequipment rauszusuchen – seien es Wanderschuhe, Laufschuhe oder Fahrrad – und sich wenigstens einen Tag im Jahr zu bewegen. Unterwegs warten außerdem zahlreiche Grillstände und Bierzelte auf die „Maibummler“. Die Jüngeren nehmen außerdem gerne noch einen Bollerwagen mit einem Kasten Bier mit, die Eltern achten eher auf Wanderstöcke und – beim heutigen Wetter – auf eine Regenjacke.

Um dem ganzen Trubel aus dem Weg zu gehen, hatte ich den Plan, früh am Morgen auf den Belchen (1414m) – den vierthöchsten aber allerschönsten Berg des Schwarzwaldes – zu laufen. Und tatsächlich hielten sich die Autos auf dem Wanderparkplatz oberhalb von Neuenweg am Fuße des Belchens noch in Grenzen. Die wenigen Wanderer, die ebenfalls schon unterwegs waren, schauten mich aber etwas komisch an, als ich am ersten steilen Stück mit meinem Rucksack an ihnen vorbeijoggte. Was sie nicht sehen konnte, war dass ich in meinem Raidlight Endurance-Rucksack nicht nur Regenjacke, Mütze, Trinkblase und Müsliriegel, sondern auch eine Digitale Spiegelreflexkamera mit Weitwinkelobjektiv und kleinem Stativ dabei hatte. Aber ich muss sagen, dass ich das Gewicht dank der weichen Polster und der schön festziehbaren Gurte kaum gespürt habe.


Unterwegs hab ich natürlich einige kurze Fotopausen eingelegt, um Luft zu schnappen und damit sich die Schlepperei am 7 Kilometer langen Anstieg auf den Berg hinauf auch lohnt. Als Aufstiegsroute habe ich einen Verbindungsweg zum Westweg und dann die typische rote Raute des Weges von Pforzheim nach Basel gewählt. So verteilen sich die Höhenmeter auf etwas mehr Strecke und außerdem gibt es mehr Felsen, schmale Trampelpfade und weniger Spaziergänger.

Rund um den Gipfel, der auch per Seilbahn erreichbar is, tummelten sich dann zahlreiche Wander- und Touristengruppen, aber auf der schmalen „Downhillstrecke“ ab dem Belchenhaus war ich dann wieder fast alleine.


Bäume fällen mit der Königin

"Achtung - Baum fällt"

"Achtung - Baum fällt"

KLEINES WIESENTAL (mek). Ich war diese Woche beim Motorsägen-Grundkurs mit der baden-württembergischen Waldkönigin:

Der Geruch von frischen Sägespänen, kombiniert mit Motorsägen-Kraftstoff liegt in der Luft, und die Frühlingssonne scheint durch die Tannenwipfel des Schopfheimer Entegasts. Im Unterholz stehen 15 Männer in grüner und orangener Schutzkleidung mit Helm und beobachten eine junge Frau beim Fällen eines Baumes. „Einfach durchsägen war gestern“, erklärt Anne Reischmann. Die 26-jährige Forstingenieurin ist ausgebildete Motorsägeninstruktorin und schult derzeit im Auftrag der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kleines Wiesental knapp 30 Privatpersonen in zwei Kursen im sicheren Umgang mit der Motorsäge und dem fachmännischen Fällen von Bäumen.

Ein Kursteilnehmer übt den Kombinationsschnitt

Ein Kursteilnehmer übt den Kombinationsschnitt

Einer von ihnen ist Dieter Oswald, schon seit rund 30 Jahren geht er mit der Motorsäge in den Wald, um Holz zu machen. Den Umgang mit der Säge, hat er nebenbei gelernt „Unsere Familie hat immer Holz gemacht“, erklärt er. Einen richtigen Kurs hat er nie absolviert, weil er meistens nur an bereits gefällten Bäumen arbeitete. Doch ab nächstem Jahr ist der sogenannte „Motorsägenschein“ auch für Selbstwerber von Brennholz in PEFC-zertifizierten Wäldern Pflicht. Deswegen bietet die FBG Kleines Wiesental spezielle zweitägige Motorsägen-Grundlehrgänge für Privatpersonen an, die nicht Mitglied der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft sind. „Die Nachfrage ist durch die Scheinpflicht ab 2013 mittlerweile extrem groß“, sagt Reischmann. Während der erste Kurs im November nur halbvoll war, sind die beiden Termine in dieser Woche ausgebucht.

Anne Reischmann zeigt verschiedene Schnitte an einem Übungsstumpf

Anne Reischmann zeigt verschiedene Schnitte an einem Übungsstumpf

Eine zusätzliche Motivation für das große Interesse ist vielleicht auch die Kursleiterin: Auf ihrer rot-gelben Schutzjacke ist der Schriftzug „Ex-Waldkönigin Anne“ zu lesen Anne Reischmann aus der Nähe von Wangen im Allgäu wurde 2008 zur ersten baden-württembergischen Waldkönigin auserkoren, um mit ihrem Fachwissen als Botschafterin für den Wald und das Produkt Holz in der Öffentlichkeit zu werben. Doch weil ihre Nachfolgerin kurz nach dem Titelgewinn 2010 schwanger wurde, erhielt Reischmann „die Krone“ bis zur nächsten Wahl Ende März zurück.

Zwei Kursteilnehmer beim Entasten eines Baumes

Zwei Kursteilnehmer beim Entasten eines Baumes

In globigen Sicherheitsschuhen zeigt die studierte Forstexpertin nun seit Januar fast jede Woche den „Freizeit-Waldarbeitern“ im Land den Stech-, Fäll- und Kombinationsschnitt. Normalerweise eher im Allgäu, doch die FBG überredete sie bei den Waldtagen in Raich im vergangenen Jahr zur Fahrt in den Südschwarzwald, wo sie gemeinsam mit Forstwirtschaftsmeister André Parg von Donnerstag bis heute aktiv ist. Am ersten Vormittag steht zunächst Theorieunterricht im THW-Heim auf dem Plan. „Arbeitssicherheit ist dabei ein großes Thema“, sagt Reischmann. Der zweite Vormittag wird für die Wartung und Pflege der Motorsäge genutzt.

Anne Reischmann zeigt das Entasten an einem noch nicht gefällten Baum

Anne Reischmann zeigt das Entasten an einem noch nicht gefällten Baum

Am Nachmittag geht es jeweils in einer Autokolonne in den Wald, um die in der Theorie vorgestellten Schnitte in der Praxis zu testen. Während die meisten Teilnehmer bereits seit Jahren regelmäßig eine Motorsäge in der Hand halten, darf Martin Schöbel vom THW Schopfheim heute zum ersten Mal das Kettengerät selbst starten. „Diesen Grundkurs sollte jeder im Laufe seiner Ausbildung absolvieren“, erklärt Schöbel. Während sich die routinierteren Teilnehmer nach einer kurzen Demonstration gleich ans Entasten von gefällten Stämmen auf dem „Trainingsgelände“ machen, erhält Schöbel Einzelunterricht. „Das sieht doch schon ganz gut aus“, lobt Reischmann die ersten Schnitte. „Martin hatte bis heute noch nie eine Säge in der Hand, aber ich bin überzeugt, dass er morgen einen der besten Vorführbäume fällen wird“, sagt die Expertin.

"Das sieht doch schon ganz gut aus": Anne Reischmann beim Einzelunterricht

"Das sieht doch schon ganz gut aus": Anne Reischmann beim Einzelunterricht

Das THW-Mitglied sei eben „noch nicht vorbelastet“. Bei den älteren Teilnehmern hätten sich hingegen oftmals falsche Techniken eingeschliffen, die nicht so leicht zu korrigieren seien. „Viele kennen auch die Schnitttechnik mit einem Haltebereich nicht“, ergänzt André Parg. Diese ist jedoch entscheidend für ein sicheres Fällen. Doch alle Teilnehmer geben sich große Mühe und hören auf die junge Leiterin mit ihrer lockeren, direkten Art. „In erster Linie mache ich es wegen dem Schein, aber es ist gut zu sehen, wie es richtig und sicherer geht“, sagt ein Teilnehmer.

Nach dem Ansägen schlägt Anne Reischmann einen Keil mit der Rückseite der Axt in den Stamm

Nach dem Ansägen schlägt Anne Reischmann einen Keil mit der Rückseite der Axt in den Stamm

Zum Abschluss des ersten Tages fällt Reischmann einen „Vorführbaum“. Doch davor wird eine Baumansprache gehalten und die Teilnehmer müssen die Eigenschaften des Baumes aufzählen: „Die Krone ist gleichmäßig ausgebildet“. „Er hat Totäste bis ganz unten“. „Wo werfen wir ihn hin“, will Reischmann wissen. Die Richtung wird ausgewählt und mit mehreren schnellen Schnitten sägt Reischmann den Baum an, treibt mit der Rückseite der Axt einen Keil in einen gesägten Schlitz und schlägt kräftig zu. „Achtung, Baum fällt.“

Anne Reischmann beim Baumfällen

Anne Reischmann beim Baumfällen


Einzelbild: Buurefasnacht

Fasnachtsumzug Neuenweg 2012

Konfettidusche für den Fotografen - Fasnachtsumzug in Neuenweg

KLEINES WIESENTAL (mek). Mit den Umzügen der Buurefasnacht endete heute auch auf den Dörfern endgültig die Fasnacht für dieses Jahr. Das Foto entstand beim Umzug in Neuenweg, am Fuße des Belchen. Mehr Fotos vom Umzug gibt es HIER